Zum Hauptinhalt springen

Wettbewerb „AVRiL 2021 – Gelungene VR/AR-Lernszenarien“

Der Arbeitskreis VR/AR-Learning der GI-Fachgruppen Bildungstechnologien und VR/AR rief in Zusammenarbeit mit dem Stifterverband zum Wettbewerb "AVRiL 2021 - Gelungene VR/AR-Lernszenarien" auf.

Methoden und Werkzeuge der virtuellen und augmentierten Realität (VR und AR) werden aufgrund des aktuellen technischen Fortschritts zunehmend zu einer Alltagserscheinung. Eine der zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten ist der Einsatz in Lernkontexten. Fehlend sind bisher jedoch noch allgemeingültige Empfehlungen zum Aufbau solcher Lernkontexte. An dieser Stelle setzt der Wettbewerb an, indem er nach aktuellen, effektiven Lernszenarien unter Einbeziehung von VR- und AR-Technologien sucht.

 

Auswahlverfahren

In diesem Jahr wurden insgesamt 8 Beiträge für den Wettbewerb um den AVRiL 2021 eingereicht. Jeder der insgesamt 8 Beiträge wurde im Mittel von 5 Gutachter*innen (mindestens 4, maximal 6) bewertet, die Punkte in 11 gleichgewichteten Kategorien vergaben. Die Kategorien Inhaltliche Qualität, Darstellung, Praktische Bedeutung, Beitrag zur Theoriebildung, Innovationsgrad und Wettbewerbsrelevanz wurden allein quantitativ beantwortet. Darüber hinaus konnten die Gutachter*innen zu den Kategorien Lernzielerreichung, Angemessenheit des didaktischen Designs, Reifegrad, Evaluation und Übertragbarkeit auch eine qualitative Einschätzung dokumentieren.

In einer Sitzung der Jury, bestehend aus Anja Richert, Rolf Kruse, Heinrich Söbke und Matthias Weise, wurde basierend auf dem Votum der Gutachter*innen und den oben genannten qualitativen Kriterien, der Siegerbeitrag bestimmt, der auch mit dem vom Stifterverband bereitgestellten Preisgeld sowie der Teilnahme an der DELFI-Tagung bedacht wird. Das Votum der Gutachter*innen stellte sich in seiner Gesamtheit als sehr belastbar heraus, so dass die Jury dem Votum einstimmig folgte. Auch in diesem Jahr wurden aufgrund der hohen Qualität der Beiträge zwei weitere Beiträge mit dem AVRIL 2021 - Silber und dem AVRiL 2021 - Bronze ausgezeichnet. Es war schwer nur drei Beiträge auszuzeichnen, da alle Einreichungen von sehr hoher Qualität waren.

 

Wettbewerbsergebnis

Mit dem AVRiL 2021 – Preis des Stifterverbandes für gelungene VR/AR-Lernszenarien werden ausgezeichnet:

Gesamtsieger und Gewinner des Hauptpreises AVRiL 2021

MARLA – Masters of Malfunction 
VR Game zum Trainieren der Fehlerdiagnosekompetenz in der Erstausbildung im Bereich Elektro- und Metalltechnik

von Pia Spangenberger, Nadine Matthes, Linda Kruse, Markus Kybart, Kristina Schmidt und Felix Kapp

Begründung der Jury: Der Wettbewerbsbeitrag MARLA adressiert die Fehlerdiagnosekompetenz von Auszubildenden in der Elektro- und Metalltechnik anhand des Beispiels einer Offshore-Windkraftanlage durch eine VR-Anwendung. Der Beitrag überzeugt mit einer beeindruckenden, benutzerfreundlichen und ansprechenden VR-Umsetzung, der Funktionsvielfalt und einem durchdachten pädagogischen Konzept: Die Implementierung des Cognitive Apprenticeship-Ansatzes in die VR Umgebung unter Nutzung eines pädagogischen Agenten führt auch Novizen schrittweise in die komplexen Aufgaben ein, und unterstützt den Wissenserwerb. Grundsätzlich zeigt der Beitrag das Potenzial von VR/AR im Bereich der Ausbildung an technischen Systemen - insbesondere bei Großanlagen -, die in der Realität nur schwierig oder gar nicht praxisnah zu vermitteln sind. Nicht zuletzt die zielgerichtete Verbindung von Pädagogik, technologischen Möglichkeiten und zu vermittelnden Fachinhalten haben die Gutachter*innen sowie die Jury überzeugt. Daher wird MARLA – Masters of Malfunction mit dem AVRiL 2021 - Preis des Stifterverbandes für gelungene VR/AR-Lernszenarien ausgezeichnet.

AVRiL 2020 – Silber –

Virtual Reality für eine nutzerzentrierte Architektur
Integration von VR-basierten Nutzerstudien in der Entwurfsausbildung von Architekten

von Sven Schneider, Olaf Kammler, René Weiser, Grayson Bailey and Ekaterina Fuchkina

Begründung der Jury: Der Wettbewerbsbeitrag Virtual Reality für eine nutzerzentrierte Architektur präsentiert eine VR-Anwendung, mit der seit mehreren Jahren Nutzerstudien in die Entwurfsausbildung von Studierenden der Architektur integrieret werden können. Diese als ideales Nutzungsbeispiel von VR bezeichnete Anwendung erlaubt es, digitale Gebäudemodelle zu importieren, die dann als VR-Modelle begangen werden und mit Hilfe von ergänzbaren In-VR-Befragungsmodulen und In-VR-Feedbackmodulen evaluiert werden. Lobend von den Gutachter*innen erwähnt wurde die kreative Integration des Feedbacks, beispielsweise durch Pfade der Begehung, in der klassischen 3D-Visualisierung von Gebäuden. Hervorgehoben wurde, dass die „feedback-basierte Exploration“ nicht auf Gebäude als Evaluierungsobjekte beschränkt ist, sondern beispielsweise auch in Trainingswelten und Computerspielen zum Einsatz kommen könnte, insbesondere seien hier die Feedbackmodule für die Wegfindung, Fragen und Zeigen genannt. Obschon die Anwendung keine klassische VR-Lernanwendung ist, sondern als Werkzeug beispielsweise in der projektbasierten Ausbildung eingesetzt wird, konnten die Idee, die belastbare Umsetzung und die hohe Reife dokumentiert durch langjährigen Einsatz in Lehre die Gutachter*innen und die Jury überzeugen. Der Wettbewerbsbeitrag Virtual Reality für eine nutzerzentrierte Architektur wird daher mit dem AVRiL 2021 –Silber– ausgezeichnet.

AVRiL 2020 – Bronze –

xR Skills Lab
Mixed Reality Ansätze zum Skills-Training in gesundheitsbezogenen Studiengängen

von Christian Plotzky, Barbara Loessl, Ulrike Lindwedel, Peter König und Christophe Kunz

Begründung der Jury: Der Wettbewerbsbeitrag "xR Skills Lab" stellt eine VR-Trainingsumgebung zum endotrachealen Absaugen bei künstlich beatmeten Patienten vor. Dieser Beitrag ist gleichfalls ein Beispiel für den didaktisch getriebenen Einsatz – hier das Lernen am Modell nach Bandura – der Technologie VR mit klarer Eingrenzung der Lernziele zur Verbesserung der Ausbildung. Das vorgestellte didaktische Design und die daraus abgeleitete Gestaltung der VR-Technologie bietet ein hohes Übertragungspotential auf andere Fallstudien aus gesundheitsbezogenen Studiengängen oder Ausbildungen sowie aus weiteren Fachbereichen, in denen es ebenfalls praktische Fähigkeiten zu erwerben sind. Gelobt werden unter anderem die hohe Realitätsnähe, die ausgezeichnete graphische Qualität, sowie die umfassende Interaktivität. Handlungsfehler werden erkannt und dem Lernenden zurückgemeldet. Insbesondere aufgrund der zielgerichteten Umsetzung des Trainings von Fähigkeiten von hoher praktischer Relevanz, der resultierenden Steigerung der Qualität der Ausbildung sowie der hohen Transferierbarkeit des Ansatzes wird das xR Skills Lab mit dem AVRiL 2021 –Bronze– ausgezeichnet.

Ein herzlicher Glückwunsch geht an alle Ausgezeichneten!

Ein ebenso herzlicher Dank gilt allen Teilnehmer*innen, die diesen Wettbewerb erst lebendig werden lassen und zu einem inspirierenden Spiegel des aktuellen Standes von VR/AR-Learning machen, der in einem digitalen Wettbewerbsband mit allen Beiträgen dokumentiert werden wird!

Auch den Gutachter*innen wird herzlich für ihre mühevolle Detailarbeit gedankt!

Begutachtungskomitee

  • Timo Ahlers
  • Maria Bannert
  • Lars Brehm
  • Thomas Bröker
  • Sabrina Eimler
  • Volker Eisenlauer
  • Sebastian Habig
  • Ralph Koelle
  • István Koren
  • Carsten Lecon
  • Nina Schiffeler
  • Sven Schneider
  • Pia Spangenberger
  • Raphael Zender

Zeitplan

  • Frist für die Einreichung von Beiträgen: 11.06.2021
  • Benachrichtigung über die Ergebnisse: 30.07.2021
  • Preisverleihung: 13.09.2021 (auf dem Workshop VR/AR-Learning im Rahmen der DELFI 2021 und GMW 2021)

Ansprechpartner

Dr. Heinrich Söbke, Bauhaus-Universität Weimar, heinrich.soebke@uni-weimar.de
Matthias Weise, Universität Potsdam, matthias.weise@uni-potsdam.de